Warum geifert ihr nur so, ihr Gazetten…

…wenn es um Social Media im Museum & Co geht? Ich verstehe es nicht. Letzthin mokierte sich die Süddeutsche über die Sonnenblumenaktion der Pinakotheken & Co, dabei war das eine tolle Aktion, über drei Kontinente hinweg. Gerade wieder die Zeit. Larissa Kikol schleudert uns ihre ganze Verachtung entgegen, die wir anders sind als sie. (Oh, sie studierte bei dem Banalisierungs Ullrich?)
(Ich weiß das ist Pauschalismus, den ihr nicht verdient habt, vergebt mir, aber ich liebe das Wort, ich habe es gerade erfunden.)
Ist das wirklich nur der gewöhnliche Kunsthistorikerrassismus mit dem frau die Smartphone-Plebs aus den Tempeln der Kunst vertreiben will, wie weiland jemand die Händler aus dem Tempel, die Aura als Heiligenschein-Tiara auf dem Haupte tragend, oder steckt da mehr dahinter? Warum? Meine Achseln zucken. Wer weiß?
Also, es begann wie fast immer auf Twitter. Die Radisch-Zeit twitterte genüsslich den Link. Barbara teilte ihn und ich antwortete.

Wie jetzt? Hey, die meinen mich! Das Städel, die Staatliche Kunsthalle in Karlsruhe und deren Online-Community. Ob da wohl Zeitleser dabei sind?

Aber ich merke, ignorieren hilft nicht. Ich muss mehr tun, damit der Widersinn sich weiter entwickeln kann, der Teufel, also der Belezbub, äh ja, zu was war ich einmal Obermessdiener!
(Als Sünder im gleichnamigen Rock rufe ich kniend und laut, erwarte keine Vergebung:)

Confiteor Deo omnipotenti,
beatae Mariae semper Virgini,
beato Michaeli Archangelo,
beato Ioanni Baptistae,
sanctis Apostolis Petro et Paulo,
omnibus Sanctis,
et vobis, fratres / et tibi, mater storica artis:
Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
durch meine Schuld, durch meine Schuld,
durch meine übergroße große Schuld.

Ich beteiligte mich mit großem Vergnügen und ohne Bedauern an Social Media Aktionen des Städelmuseums Frankfurt (siehe Beitragsbild oben). Tief gebeugt verlinke ich auf den ersten sündigen Artikel in diesem verkommenen Blog. Und das Video aus der Hölle Googles.

Die Aktion #wirziehnfallera der Kunsthalle Karlsruhe, ausgearbeitet von den Herbergsmüttern, liebte ich so sehr, dass ich mehrere male darüber bloggte, ohne Imprimatur eines staatlich anerkannten Feuilletons.
Sogar ein diabolisches Storify erstellte ich in deren satanischen Servern.

Screenshot meines Storify „#wirziehnfallera“ (Klick ins Bild um es aufzurufen.)

Sogar die Ausstellung in Karlsruhe besuchte ich Kunstunwürdiger, um (ich zitiere Frau Kikol): „Instagram und Facebook mit lustigen Einträgen zu versorgen, natürlich unter der Vorgabe entsprechender Hashtags.“

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe mit Plakat zu „Unter freiem Himmel“
3 mal Windows…


Auch hier vergriff ich mich an der heiligen Kunst des Videos.

Jetzt steinigt mich also ihr Obersachverständigen und Magister der Künste, geißelt mich in allen virtuellen Fegefeuern.

Ideo precor beatam Mariam semper Virginem,
beatum Michaelem Archangelum,
beatum Ioannem Baptistam,
sanctos Apostolos Petrum et Paulum,
omnes Sanctos,
et vos,

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe, Städelmuseum, Herbergsmütter und allen, die im Netz die Kunst vernetzen und vermitteln:
Hört nicht auf in eurem Tun. Twittert, Instagramt, Fatzebucht, Printerest, Snapchattet weiter und ladet uns Sünder weiterhin ein, damit die Pforten des Widersinns standhalten den Anfeindungen der Gazetten, auf dass wir erreichen die Verheißungen des Joseph Beuys und seiner sozialen Skulptur!

Verzweifelt nicht, denn irgendwann werden die Künstler dies bestimmen, unsere Social Medias in ihre Kunst integrieren, uns wahrhaftig partizipieren, wie im Hackmuseum gesehen:

Amen!

Randnotiz für mich! Ich bin stolz auf mich all die unflätigen Sätze in meinem Kopf NICHT gebloggt zu haben. Gespannt bin ich, was ich als akkreditierter Blogger auf der Frankfurter Buchmesse von den Printpressemenschen erleben werde.

Duelle

(Beitragsbild: Screenshot der Bundestagsseite https://www.bundestag.de)
Was wir am 24.9.2017 wählen, oder auch nicht!
Aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, zitiert aus der Website des Deutschen Bundestags.

Artikel 38

(1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.

Artikel 63

(1) Der Bundeskanzler wird auf Vorschlag des Bundespräsidenten vom Bundestage ohne Aussprache gewählt.

Es steht da nichts von einer Direktwahl einer Regierung, einer Kanzler*in.

Und doch wird vor jeder Wahl so getan, als ob. Das Parlament erscheint nur als Stimmverein, Koalitionzwänger.

Von TV-Duellen steht da auch nichts.

Ich mein‘ ja nur. Weil alle Welt von der Gefährdung der Demokratie schwätzt, in allen Inkarnationen.

Bock, Bock, Bockenheim

Update aus 2011. Das doppelte Bockenheim. Dialektdichter-Wettstreit und Frankfurter Buchmesse. In einer Woche, hatte ich seit dem nicht mehr…. Bei beiden Events bin ich immer noch unsicher, ob ich 2017 teilnehmen soll. Entscheidungen, Entscheidungen. Bin ich denn Unternehmer?

Wer mit der U-Bahn zur Frankfurter Buchmesse fährt und das sind sehr, sehr viele, weiß sofort, dass die Messe im Frankfurter Stadtteil Bockenheim liegt, einmal im Jahr, der Nabel der literarischen Welt in Deutschland. Dass immer zur gleichen Zeit in Bockenheim/Pfalz, dort, wo das andere Tor zur Weinstraße steht (Teil der Verbandsgemeinde Grünstadt, im Kreis Bad Dürkheim / Weinstraße, dem Ort des größten Weinfestes der Welt) die Endausscheidung des Pfälzer Mundart-Dichterwettstreits ist, das wissen nur sehr, sehr wenige. In der gerade untergehenden Woche war ich dreimal in Bockenheim/Frankfurt (dank einer Eintrittskarte, gesponsert aus Ochsenfurt/Main, merciundkratzfussnochmal an @TurmbuchOch und einmal in Bockenheim an der Weinstraße, der Literatur wegen. Immer mit der Bahn. Einmal nord-süd, mit dem IC in die Metropole, das andere Mal mit der S-Bahn und Bimmel-Einspurbahn den Reben entlang durch die Metropolregion Rhein-Neckar ins Leininger Land, dort wo die Weingräfin regiert. In Frankfurt traf ich als wohl Ältester oder so einer Rasselbande aus Bloggern, Twitterern ein munteres Völkchen, in Grünstadt war ich unter die besten Zehn des Wettbewerbs gekommen und las im Festzelt des Winzerfestes vor zahlendem Publikum und der Jury. Und obwohl nur 100 km dazwischen liegen, scheinen Welten dazwischen zu liegen.

Natürlich hatten wir fast alle die Messe App geladen in Frankfurt, man fotografierte mit dem Handy und postete gleich via Twitter, Verleger, Autoren, Verlagsmitarbeiter, Berater, Tweeties, Blogger, Antiquare, Buchhändler (alles m/w ich habe keine Lust zu gendern jetzt) die Retweets schwankten und eigentlich wollte ich nach Bockenheim / Weinstraße den Schwung von Bockenheim / Frankfurt übertragen. Natürlich wusste ich, dass dort nichts, aber gar nichts Internet-affin ist, aber immerhin konnte ich dieses Mal die Gedichte via Web-Formular einreichen. Und ich wollte den Kollegen dort Twitter zeigen und vielleicht fragen, ob man nicht einen Twitter-Wettbewerb, nicht wahr und dazu hätte ich Twitter erklären müssen und ich konnte nicht.

Ich hatte kein Netz. Einfach kein 3G. Das Land. Unterversorgt, nicht mit Wein, nein, da gibt es quadratkilometerweise nur Reben, aber keine Funkmasten. Was nicht an den Leiningern liegt, oder doch?

Hinzu kam, dass der Gewinner des Wettwerbs die 80 weit überschritten hatte, der Publikumspreisträger 89 ist und über das Alter der Damen, die mitgewannen spekuliere ich nicht. Mit meinen fast 60 war ich auf jeden Fall einer der jüngsten Teilnehmer, sehr im Gegensatz zu Frankfurt. Es kommen bei diesem Wettbewerb keine Jungen mehr nach und mich trieb nachts die Wehmut um, die Wehwut. Unsere Gespräche dort drehten sich tatsächlich darum, dass der Dialekt stirbt. Epochen bald enden. Nein, ich habe kein Problem den Tod (hier des pfälzer Dialektes) nicht als Normalität hinzunehmen und ich gönne den alten Herrschaften die Preise von Herzen und Umberto Eco, der in Ffm las, ist ja auch in dem Alter, aber irgendwie hatte ich Mühe dieses 2 Welten der verschiedenen Bockenheims zusammen zubringen. Es rumorte im Hirn.

Heute bin ich dann nochmals zur Messe gefahren. Eigentlich wollte ich nur die Island-Gastland-Räumlichkeiten betrachten (die übrigens fantastisch waren) und in der Schirn die Installation von Gabríela Friðriksdóttir ansehen (die noch fantastischer war) aber da las ich auf Twitter (doch, es gibt Netz zwischen Weinheim und Frankfurt) dass Manuela Jungmann (ich kenne sie als @emju) in einem Podium als eBook-Autorin sitzt. Indie-Autorin nennt sich das, wenn man sich selbst auf Amazon & Co eVerlegt (so ganz verlagslos). Wir hatten uns ja schon Mittwochs und Freitags getroffen, gesprochen, gelacht, getwittert. Eine witzige Runde war das, kompetent, unterhaltsam. eBooks mit Blut an der richtigen Stelle, Musik im eBook. Und genau das hätte ich den Bockenheimern vorschlagen wollen, also eBook mit Audio-Teil und Twitter-Wettbewerb, weil das bei MundArt doch so entscheidend wäre, aber ich hatte ja kein Netz an der Weinstraße.

Genau da löste sich die Spannung im Hirn. Ein inneres Lachen. Die drei Autoren haben einfach eBooks gemacht! MACHEN. Und ein Online-Game-Programmierer hat ein Print-Buch geschrieben. Yepp! Habe ich nicht Print On Demand 2001 schon ausprobiert? Multimedia Flash-Online-Lesungen 2002? Digitale Literatur zu DTV und T-Online getragen? Was an der Spannung zwischen den Welten ist neu für mich?

Also werde ich weiter zwischen den Welten tanzen, MundArt schreiben und vom Blatt lesen, wie hier der Wettbewerbsbeitrag und lyrische Spontan-Intermezzi zu Twitter-Installationen im OpenSpace wie hier. Ich bin kein MundArt-Dichter, ich schreibe nur in verschieden Sprachen und deren Variationen und Varianten, ich weiß, liebe Germanisten das ist keine echte Diglossie. 😉

Ach so ja, der pfälzer Dialekt stirbt? Und warum füllt dann Bülent Ceylan grosse Hallen deutschlandweit mit den Texten des „Blassen Bertram“ aus Mörlenbach, tanzt Chako Habekost über die Kabaretts des Neckar-Deltas? Quatsch das alles. Die Jungen sind nur irgendwo ganz anders zu Gange und das ist gut so!

Bliebe noch den Web 2.0 und Social-Media-Piratern (ist das nicht ein hübsches Wort für die @Wortweide von @sinnundverstand ? ;-), gerade erfunden, fast so schön wie Kokolores) und mir zur Erinnerung mitzuteilen, dass der Wettbewerb in Bockenheim / Weinstraße diese oder die nächste Woche (es eilt ja nix) der Rheinpfalz ( einer Schwesterzeitung der Süddeutschen in Ludwigshafen) dem Wettbewerb in Bockenheim / Weinstraße eine Doppelseite widmen wird, wie jedes Jahr, siehe hier, als ich dritter war. Mit 6-Stelligen Verkaufszahlen…und den Gedichten komplett im Print, solche Zahlen muss man im Netz erst mal haben, diese Reichweite…

Und die Sachen mit den eBooks wird so gehen: Manche lesen gedruckte Bücher und manche auf dem eReader und die Weisen, wie @emju wissen: Wir lesen was wir unter die Griffel bekommen, eagl wie.

Und Zweitens: Ich habe mir vorgenommen, nach all den langen Jahren, die Züge aus Frankfurt nach Heidelberg immer zuerst in Langen halten, einml auszusteigen und zu gucken, was es da gibt. Ich war noch nie in Langen/Hessen außer an dessen Bahnhof.

Und drittens wie ich das gerade schreibe, lobt mich @fraukewatson, einem deutschen Nordlicht, auf der Isle of Man lebend, am Freitag in Bockenheim/Frankfurt weilend mein pfälzer Gedicht via Twitter.

Alles wird gut. 😉 Ich geh jetzt gucken, ob doch jemand der Weinstraßen-Bockenheimer twittert oder bloggt, ok, eine Homepage hat.

[update] Und da ist die Zeile, die ein Redakteur des Mannheimer Morgen in das gesamte Verbreitungsgebiet der Metropolregion hinaus schrieb. „Brauchtum: Landauer Gerd Runck siegt in Bockenheim“. Hei ihr Redakteure, haut ihr das Bülent Ceylan, dem Schwöbel oder Chako Habekost auch in die Rezension? Wir schreiben in unserer Mutter-Vatersprache, was zum Teufel daran ist Brauchtum? Ihr solltet ‚mal Euer Weltbild zurechtrücken. Aber was soll’s…….sie kapieren das mit dem Online ja auch nicht so recht…Aber sagen musste ich es. Brauchtum pfffff… In der Wormser Zeitung geht es doch auch….

Aber dieses Schild, wie ich es liebe..

Ford gekährt kähda, hinnenaus

Uf alle Kanäl
kreische se
blose sisch uf
gucke wä de greischde hot
Wolle ma oiredde
isch heed Engschd
vo neie Sache
un Mensche vun
iwweral un
dass die ned haian
däfde und sich vakisse
Grinse misch oa
fresch als
ob se dabbed wän
alleweil
in moinere guude Schdubb
Schaffd eisch enaus
rudschd ma de Buggl nunna
hald eia Gosche
isch loss misch doch net
vun Eisch Pack
vabiesdan
Vapisst Eisch
no not do ins Eck
net unnas Konapee
häde bal uff
Isch hol glei de Bessem
ford gekährt kähda
Naus nix wie naus
Awwer net vonnerum
Äh olwe Krischa
Äh geid do hinnenaus
Alla guud
dschuldigung
bin jo schun dusmo
awwa sell reigd misch
hald uf

(Vorgelesen:)

(Was ich nicht in Bockenheim einreiche…)

Als der Sommer 17 wurde.

Titelbild: Screenshot der Blogparade „Mein Sommer: Zwischen Brotjob, Kultur und Ferien“ Wenn Clia lädt… mache ich sogar als Rentner mit. Tweetups verbinden, gell!🙂 Auch wenn mein Geblogge dann nicht auf das feine PDF passen wird. Den Sommer begrüßte ich natürlich auch unterwegs lyrisch! Ob das denn kulturbloggerisch ist? Wer weiß das schon…


Der Sommer dehnte sich dieses Jahr, das nach 2000 17 wurde, das junge Jahrhundert als Teenager, als uns um alles um die Ohren zu fliegen schien und ich meinen Trotz hier blogge, das Leben ist zu kurz um die Irren zu hofieren! Er begann im Mai und hört bis jetzt nicht auf, er ist heiß und verregnet, es wird extremer.

Als Rentner hat man ja unendliche Ferien, keinen Brotjob mehr, aber dafür ein schmaleres Budget. Der Sommer entfaltete sich daher Tag für Tag. Ich rang ihm ab, was ging und ließ doch so manches aus. Ich beginne Menschenmassen zu meiden. Nur ein Weinfest besuchte ich…..

Was ich denn dieses Jahr sommerte? Einiges steht in meinem #burger Blog, anderes hier, Instagram ist dazu gekommen. Ich mache euch ein Storify dazu! Dynamisch, wenn es noch Dinge zu berichten gibt werde ich sie dort nachtragen. Schlau. :))
Unterwegs mit dem Rad, zu Fuß, der Bahn und das alles in Kombi. Die Karte ab 60 des VRN sei gepriesen, samt der Karte zur Weiterfahrt, die heilige Bahncard nicht zu vergessen. Also frisch dynamisch frei zum Storify!

Storify „Als der Sommer 17 wurde“

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